Wie sieht es aus, das perfekte Gründerteam?

Selbständig machen - alleine oder im Team?

Teamwork hat viele Vorteile: Kompetenzen lassen sich bündeln, Aufgaben aufteilen – und nicht zuletzt macht die gemeinsame Arbeit auch mehr Spaß. In jungen Unternehmen und in Startups nimmt vor allem das Gründerteam eine große Relevanz ein. In diesem Artikel rücken wir das perfekte Gründerteam in den Fokus.






                      Selbständig machen – alleine oder im Team?


                      Viele haben ihn: Dem Traum, ein eigenes Business auf die Beine zu stellen, und sich selbst der eigene Chef zu werden. Was sich perfekt anhört, hat auch eine Kehrseite. Gerade zu Beginn der Gründung sind überdurchschnittlich lange Arbeitszeiten, Wochenenden am Schreibtisch und wenig bis gar kein Urlaub an der Tagesordnung. Gut ist es da, wenn man Mitstreiter hat, die den Weg in die Selbstständigkeit begleiten –Höhen und Tiefen inklusive.

                      Viele entscheiden sich deshalb, gemeinsam mit einem oder mehreren Partnern ein Startup zu gründen. Nicht nur der Teamgeist ist ein wesentlicher Vorteil, auch das breite Kompetenzspektrum trägt dazu bei, dass es zahlreiche Firmen gibt, die von mehreren Personen ins Leben gerufen werden.

                      Eines der prominentesten Beispiele ist der Webshop Zalando, der von David Schneider und Robert Gentz gegründet wurde. Interessant ist dabei, dass sich die beiden nicht erst zur Gründung zusammengefunden haben, sondern sich bereits aus ihrer Studienzeit und der gemeinsamen WG kannten. Noch interessanter: Die erste Firma der beiden scheiterte kläglich, wohingegen Zalando mittlerweile an der Börse vertreten ist und mehrmals zu den 20 umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands gehörte.
                      Was lässt sich aus diesem Beispiel für ein erfolgreiches Gründerteam ableiten?

                      1. Wer seine Mitgründer gut kennt, weiß, worauf er sich einlässt. Das ist sowohl auf persönlicher als auch auf Kompetenzebene unerlässlich.
                      2. Auch Niederlagen können gewinnbringend sein – wichtig ist, sie gemeinsam im Team zu meistern.

                      Fachkompetenzen im Gründerteam: CEO, CTO und mehr


                      In aller Regel erfordern Unternehmensgründungen verschiedene Kompetenzen und ein breites Wissensspektrum. Gerade hier sind Gründerteams von Vorteil, denn schließlich bringt jeder einen eigenen Erfahrungsschatz und Wissen mit in das Startup ein.

                      Die betriebswirtschaftliche Perspektive nimmt die wichtigste Rolle ein: Soll das Unternehmen Gewinn erzielen und den Pfad der „Liebhaberei“ verlassen, wie es die Finanzverwaltung betitelt, muss jemand einen Blick auf die Zahlen werfen. Dabei geht es nicht nur um den Businessplan sowie Vertrieb und Marketing, sondern schlussendlich auch um das Controlling. Sprich: Welche Kennzahlen gibt es, wo besteht Optimierungspotenzial und welche Stellschrauben können verändert werden, um das gesamte Unternehmen noch effizienter auszurichten? Diese Aufgabe übernimmt oftmals der Geschäftsführer, der Chief Executive Officer (CEO) bzw. der Chief Financial Officer (CFO).

                      In Zeiten der Digitalisierung und des Webs 4.0 braucht es insbesondere in den internetbasierten Unternehmen einen Zuständigen für die Technik – den Chief-Technical-Officer (CTO). Je nach Ausrichtung des Startups ist auch die Kreativabteilung auf einen Verantwortlichen angewiesen, den Chief-Creative-Officer (CCO).

                      Wie sieht nun das perfekte Gründerteam aus – CEO und CTO oder gleich zwei CEOs, die alles können? Eine allgemeingültige Antwort gibt es hierfür nicht. Abhängig ist die Zusammensetzung des Teams von den individuellen Kompetenzen und dem Unternehmen, der Branche sowie der Ausrichtung des Startups selbst.
                      Generell wird zwischen zwei Teamarten unterschieden:

                      - Komplementäre Teams: Das Gründerteam setzt sich aus Personen zusammen, die über unterschiedliche Kernkompetenzen und einen abweichenden Erfahrungsschatz verfügen. Der Hintergedanke: So ergänzt sich die Crew perfekt und alle Kompetenzbereiche können weitestgehend abgedeckt werden.
                      - Additive Teams: Hierbei handelt es sich um eine Art Expertenteam. Alle Mitglieder des Gründerteams verfügen über Kernkompetenzen im gleichen Sektor und können somit mit einem tief gehenden Wissensschatz aufwarten. Das geht jedoch damit einher, dass nicht alle oben genannten Fachbereiche im Unternehmen abgedeckt sind.


                      Tipp: Wer vor der Gründung steht, sollte abwägen, welche Art von Team Sinn ergibt. Können Ressourcen von außen kostengünstig hinzugezogen werden – beispielsweise ein externer Buchhalter oder ein Unternehmensberater – sind additive Teams durchaus sinnvoll. Mit einem tief gehenden Wissen ist es von Anfang an möglich, sich als Startup einen Expertenstatus anzueignen. Das wirkt und ist kompetent und wird von (potenziellen) Kunden und Usern entsprechend honoriert.

                      Verschiedene Persönlichkeiten im Team


                      Teams gehen mit zahlreichen Vorteilen einher: Unterschiedliche Kompetenzen und Charaktere treffen aufeinander und wirken im Zusammenspiel besonders effektiv – wenn alles passt. Das bedeutet auch, dass die Persönlichkeitsprofile der einzelnen Gründer zusammenpassen müssen. Treffen zwei impulsive Köpfe aufeinander, kann es schnell zu Krach kommen, sowohl innerhalb des Teams selbst als auch nach außen hin.
                      Arbeiten zwei oder mehr introvertierte Personen zusammen, mangelt es womöglich an interner Kommunikation und an jemandem, der das Unternehmen nach außen hin adäquat repräsentiert. Zu große Unterschiede hinsichtlich des Charakters können aber auch zu gegenseitigem Unverständnis und gegebenenfalls Eskalationen führen.
                      Auch im Hinblick auf die persönlichen Eigenschaften des Gründerteams gilt wieder: Es gibt keine allgemeingültige Formel. Ob produktive Harmonie oder eben Streitigkeiten entstehen, hängt nicht nur von den individuellen Charaktermerkmalen ab, sondern maßgeblich von der Kommunikation. Wer offen und sachlich miteinander spricht, vermeidet Missverständnisse – und hat somit gute Chancen auf erfolgreiche interne Strukturen.

                      Tipp: Um die Kommunikation zu fördern und positiv zu beeinflussen, empfehlen sich regelmäßige Team-Meetings, ein Jour fixe oder Protokolle. Auch Kommunikationsplattformen oder Team-Chats tragen dazu bei, dass jeder im Gründerteam auf dem gleichen Stand ist, was interne Konflikte maßgeblich reduzieren kann.

                      Gründen mit Freunden – eine gute Idee?


                      Das Zalando-Beispiel zeigt, dass die Gründung zusammen mit Freunden bzw. Vertrauten von Erfolg gekrönt sein kann und es oftmals auch ist. Das hängt mit den oben genannten Faktoren zusammen: Die Gründer kennen sich gut. Sie haben bereits im persönlichen Miteinander gelernt zu kommunizieren. Sie wissen, welche Stärken und welche Schwächen der oder die anderen mitbringen. Es besteht bereits ein Vertrauensverhältnis, was bedeutet, dass es nicht erst noch mühsam über Jahre hinweg aufgebaut werden muss.
                      Die Gründung mit Freunden geht jedoch auch mit Nachteilen einher: In der Hektik des Berufsalltags können freundschaftliche Gespräche untergehen. Vielmals dreht sich die Kommunikation ums Business. Freizeit und Geschäft gehen fließend ineinander über. Das kann damit enden, dass es Einzelnen nicht mehr möglich ist, abzuschalten. Langzeitfolgen sind ein erhöhtes Stresslevel sowie Burn-out und körperliche Leiden.
                      Und im Falle des Scheiterns einer Geschäftsidee oder beim Zusammenbruch eines bestehenden Startups können sogar auch langjährige Freundschaften zerbrechen.

                      Fazit: So sieht das perfekte Gründerteam aus


                      Gründerteams lassen sich ebenso wenig in eine Form pressen wie Unternehmen selbst. Jedes Business und jedes Gründerteam unterliegt individuellen Erfolgsfaktoren. Diese sind unabhängig von folgenden Punkten:

                      - Ausrichtung des Unternehmens

                      - Strukturen des Startups

                      - Persönlichkeitsmerkmalen der Gründer

                      - Kommunikation untereinander


                      Eine Faustregel für die optimale Teamgröße oder die perfekte Teamzusammensetzung gibt demnach es nicht. Was jedoch feststeht, ist, dass eine umfassende Kommunikation einen wesentlichen Anteil am Erfolg des Gründerteams trägt –das geht mit harter Arbeit und teilweise auch mit Niederlagen einher, wie das Beispiel von Zalando zeigt.